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Die wichtigsten Modelle
1940 - 1970
1970 - 2000
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1940 – 50

 

Serienfahrzeuge:

Während sich der Himmel über Europa verdunkelt, entsteht ab 1939 der 6C 2500. Auch das Fahrgestell dieses Sechszylinders dient wieder als Basis für mannigfache Ausfertigungen. Gleich ob offen oder geschlossen, für zwei oder über sechs Personen, als Sportwagen, Rennfahrzeug oder repräsentative Limousine, der 6C 2500 macht stets eine gute Figur. So sammelt der große Alfa Romeo auch Auszeichnungen bei Schönheitswettbewerben. Der Villa d´Este von 1949 ist sogar nach dem gleichnamigen Concours d´Elegance am Comer See benannt. Seine Linienführung ist moderner als die des Freccia d´Oro, dem Goldenen Pfeil, mit dem für Alfa Romeo die Nachkriegsepoche beginnt.

Rennwagen:

Während sich verschiedene Rennversionen des 6C 2500 Super Sport bei Straßenrennen beweisen, entsteht 1940 mit dem 512 der erste Mittelmotor-Alfa – lange bevor sich die Bauweise im Grand-Prix-Sport durchsetzen soll. Hinter dem Piloten arbeitet ein Zwölfzylinder-Boxermotor mit 1,5 Liter Hubraum. Seine Kraft wird erstmals mittels Fünfganggetriebe an die Hinterachse weitergeleitet.

Designstudien, Prototypen:

In den letzten Kriegsjahren entwerfen Alfa-Ingenieure bereits ein Auto für die Zeit danach: Der sechszylindrige Gazzella verfügt über eine Stromlinienkarosserie mit Klappscheinwerfern. Er ist – wie in Italien bislang üblich – als Rechtslenker vorgesehen. In Portello liegen bereits Teile für sechs Prototypen bereit, doch an eine Fertigung im zerstörten Werk ist nicht zu denken. Auch die Fertigungspläne für einen 6C 3000 mit selbsttragender Karosserie werden zu Gunsten der anstehenden 1900-Fertigung verworfen.


1950 – 60

Serienfahrzeuge:

Mit dem 1900 gelingt Alfa Romeo der Schritt von der Fahrzeug-Manufaktur zum Großserienhersteller. Bereits nach vier Jahren hat die Zahl der 1900er die Produktionszahl der ersten 40 Jahre von Alfa Romeo überschritten. Für die Mailänder Traditionsmarke ist damit die Zukunft gesichert. Auch diese noble Limousine ist auf der Rennstrecke wie im Großstadtverkehr anzutreffen. Bald gesellen sich verschiedene Coupé-Varianten zur Limousine. Im Nachkriegs-Deutschland bleibt der teure Wagen indes eine seltene Erscheinung: Erst warten die Deutschen noch auf ihr Wirtschaftswunder und später müssen sie für einen 1900 Super Sprint mit Touring-Superleggera-Karosserie soviel bezahlen, wie für Luxus-Sportwagen aus heimischer Produktion.

Mit der Giulietta weitet Alfa Romeo seine Produktpalette nach unten aus. Natürlich ist auch die Giulietta – wie alle anderen Alfa Romeo auch – noch etwas Besonderes; doch sie ist erschwinglicher als die bislang in Portello hergestellten Luxus-Fahrzeuge. Mit Hilfe einer Lotterie gelingt es dem damaligen Staatsunternehmen, die für die notwendigen Investitionen erforderlichen Finanzen zu mobilisieren. Und noch bevor die Fertigung des Viertürers 1955 anläuft, erhält der Lotterie-Gewinner '54 ein Exemplar des schmucken, bei Bertone gefertigten Coupés namens Giulietta Sprint . Neben dem von Bertone gezeichneten Coupé und der aus Portello stammenden Limousine steht den Alfisti ab '55 auch eine von Pininfarina entworfene Spider -Version zur Wahl.

Der Alfa Romeo 2000 tritt in die Fußstapfen des 1900. Der Oberklasse-Wagen ist ebenfalls als Berlina, Sprint und Spider erhältlich. Beide warten mit einer technischen Neuerung auf, die zuvor allenfalls bei einigen wenigen Rennwagen üblich war: einem Fünfganggetriebe. Ab 1962 tritt ein Reihensechszylinder an die Stelle des Vierzylinders. Entsprechend des größeren Hubraums hört die Modellreihe dann auf die Bezeichnung 2600.

Rennwagen:

Alfa Romeo dominiert die seit 1950 ausgeschriebene Formel-1-Weltmeisterschaft nach Belieben. Wie bereits bei Grand Prix-Rennen der Vorjahre erweisen sich die siegreichen Alfetta 158 und 159 auch hier als Maß der Dinge: Giuseppe „Nino“ Farina wird 1950 der erste Weltmeister der F1-Geschichte. Sein Teamkollege Juan Manuel Fangio macht es ihm im Folgejahr nach. Fangio legt mit seinem WM-Titel auf Alfa Romeo den Grundstein für seine auch heute noch beeindruckende Erfolgsbilanz von fünf Fahrertiteln. Sein schmal bereifter, 620 Kilo leichter Bolide leistet aus 1,5 Liter Hubraum bei 9500 U/min bis zu 450 PS.

Während diverse Kunden verschiedene 1900er und Giuliettas auf die Pisten der Welt bringen, entstehen auch in der Alfa Romeo-Rennabteilung Rennsportwagen, die auf den Straßenfahrzeugen basieren. Einer davon ist ein technisch vom 1900 abgeleiteter Spider, dessen unverwechselbare Karosserie ihm spontan einen Spitznamen beschert: Disco Volante – fliegende Untertasse.

Designstudien, Prototypen:

BAT – Mit den BAT-Mobilen (Berlinetta Aerodinamica Tecnica) macht Bertone-Chefdesigner Franco Scaglione auf sich und seine Firma aufmerksam. Tatsächlich sollen sich die auf 1900er-Technik basierenden Salonlöwen für Bertone lohnen: Durch die aufsehenerregende Eigenwerbung erhält die Turiner Karosseriebau-Firma den Auftrag zur Fertigung des Giulietta-Coupés.

Pininfarina versieht den Rahmen eines 6C 3000 mit einer Karosserie, deren Form zahlreiche Designelemente zeigt, die Jahre später beim Spider verwirklicht werden.


1960 – 70

Serienfahrzeuge:

1962 erscheint ein weiteres, für die Alfa Romeo-Historie bedeutungsvolles Automobil: die Giulia. Nach über 50 Jahren ist der Hersteller gleichermaßen sportlich wie exklusiver Automobile zu groß, um als Kleinserienhersteller zu gelten. Andererseits ist die Firma jedoch zu klein, um sich unter den Großserienherstellern behaupten zu können. Das ändert sich mit der Giulia. Sie wird in Arese, dem neuen Produktionsstandort im Norden Mailands produziert. Unter der Haube der aerodynamisch wegweisenden Limousine arbeitet nun auch ein 1,6-Liter-Alumotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Anfangs ist er ebenfalls in den von der Giulietta Sprint und Spider bekannten Karosserie erhältlich. Doch ab '63 beziehungsweise '66 steht der Giulia jeweils auch eine neu gestaltete Coupé- und Spider-Version zur Seite. Der Giulia Sprint GT wird hierzulande unter dem Spitznamen „ Bertone “ bekannt und läuft bis 1976 vom Band. Der Spider muß sich verschiedene Überarbeitungen – vor allem am Heck – gefallen lassen, bleibt aber sogar bis '93 in Produktion. Mit seinen verschiedenen Karosserieversionen stellt die Giulia-Baureihe eine frühe Form des heute populären „Baukasten-Systems“ dar. Die schlichte Limousine gilt als Begründer der Fraktion gut motorisierter, familientauglicher Limousinen. In den ersten Jahren entsprechen ihre Fahrleistungen denen der schnellsten Sportwagen deutscher Produktion. Ausstattungsdetails, wie beispielsweise Scheibenbremsen rundum, Fünfganggetriebe, Dreipunkt-Automatikgurte und Drehzahlmesser setzen Maßstäbe. 1974, zur Zeit der Energiekrise, arbeitet erstmals ein Dieselmotor unter der Haube eines Alfa Romeo. 1978 läuft die letzte Giulia vom Band.

1970 erscheint der erstmals zur Weltausstellung 1967 vorgestellte Montreal in den Alfa Romeo-Verkaufsräumen. Der Montreal sieht aus wie ein Mittelmotor-Sportwagen, doch der 200 PS starke Motor findet vor den beiden Insassen Platz. Obwohl das Giulia-Chassis mit dem in direkter Linie vom Triebwerk des Rennsport-Prototypen Tipo 33 abstammende Achtzylinder mitunter seine Mühe hat, findet der schicke Sportler bis 1977 einen festen Freundeskreis.

Rennwagen:

Als ein Privatfahrer seinen verunfallten Giulietta Sprint GT 1956 bei der Karosserieschmiede Zagato wieder herrichten läßt, ist damit der Startschuß für eine neue Rennwagen-Generation gefallen: Die Giulietta SZ ist geboren. Die windschlüpfrigen und leichtgewichtigen Renn-Coupés schlagen fortan auch großvolumige Rennwagen. Wie auch für die Straße folgt auf der Piste der Giulietta die stärkere Giulia. Und mit der Giulia TZ (Tubulare Zagato) entsteht 1963 ein reinrassiger Rennwagen mit Gitterrohrrahmen. Der stromlinienförmige Sportler gewinnt zahlreiche namhafte Rennen wie die 12 Stunden von Sebring, die Targa Florio oder den Giro d´Italia.

Ab 1965 erobert der GTA die Pisten Europas. Der GTA (Gran Turismo Allegeritta) ist ein reinrassiger Rennwagen in Form des „Bertone“. Das Kürzel des überaus erfolgreichen Renn-Tourenwagens deutet auf seine Bauweise hin: Seine Karosserie besteht aus leichtem Aluminium. Unter der leichten Haut feinste Renntechnik – so wird das Gemisch in den vier Zylindern jeweils von zwei Zündkerzen gezündet – eine Technik, die bei den TwinSpark-Motoren heute noch für eine Extraportion Temperament verantwortlich ist. Auf das Konto des GTA gehen neben zahllosen Siegen und nationalen Titeln nicht weniger als sechs Tourenwagen-EM-Titel.

Längst sind die Rennsportwagen jedoch von der Straße auf permanente Rundstrecken ausgewichen, doch auch hier ist Alfa in seinem Element. Während der GTA bei den Tourenwagen von Sieg zu Sieg eilt, entwickelt sich der Rennsport-Prototyp Tipo 33 zum ernsthaften Siegkandidaten. Bereits in seinem Debütjahr '68 gelingen die ersten Triumphe. Im Laufe der Jahre reift mit dem erst acht- und später zwölfzylindrigen Tipo 33 ein wahrer Weltmeister heran.


Designstudien, Prototypen:

Bertone zeigt mit dem auf Basis des Alfa 33 Stradale entwickelten Carabo einen Sportwagen in extremer Keilform. Wenig später verwendet auch Pininfarina diese, der Silhouette von spoilerbewehrten Sportwagen-Prototypen angelehnten Linie für seinen ebenfalls auf dem Tipo 33 basierenden Zweisitzer Cueno . In den folgenden Jahrzehnten greifen zahlreiche Autohersteller die aerodynamisch günstige Keilform auf.