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Die wichtigsten Modelle
1940 - 1970
1970 - 2000
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1970 – 80

Serienfahrzeuge:

Ab 1972 hat Alfa Romeo mit dem Alfasud wieder ein kompaktes Modell im Angebot. Die Konstruktion ist wegweisend. Schnell besetzten auch andere Hersteller die neu entstehende Kompaktklasse. Die Karosserie stammt von Giorgetto Giurgiaro, der mit dem Sud die Basis für seine Firma Ital Design schafft. Die Typenbezeichnung ist Hinweis auf die neue Produktionsstätte im Süden Italiens. Sein sportliches Temperament und seine technischen Besonderheiten identifizieren ihn als typischen Alfa Romeo. Dennoch ist er anders als seine Namensvetter: Der Alfasud ist der erste Fronttriebler des Hauses. Aus aero- und fahrdynamischen Gründen arbeitet unter der niedrigen Fronthaube des Sud ein Boxermotor. Neben dem zwei- und viertürigen Kompaktwagen ist auch ein attraktives Coupé erhältlich. Während die Limousine bis '83 gebaut wird, bleibt der Sprint sogar bis 1986 im Programm. Mit hierzulande 109.000 zugelassenen Fahrzeugen ist der Alfasud das auf dem deutschen Markt bislang erfolgreichste Alfa-Modell.

1972 stellt Alfa Romeo der immer noch erfolgreichen Giulia eine moderne Limousine zur Seite. Unter der schlichten Karosserie der Alfetta arbeiten die bereits aus Giulia und Berlina bekannten Vierzylinder zwischen 1,3 und zwei Liter Hubraum. Seinen Namen erhält Italiens neue Spitzenlimousine wegen der wie schon beim gleichnamigen Formel-1-Boliden angewandten Transaxle-Bauweise. Traditionell wird der Limousine auch eine Coupé-Version zur Seite gestellt: Die Alfetta GT gelangt später vor allem als GTV 6 zu großer Popularität. Die Technik der Alfetta dient darüber hinaus der neuen Giulietta als Basis.

Rennwagen:

In den 70er Jahren beherrscht der Tipo 33 die populäre Sportwagen-Rennszene. Verschiedene Versionen setzen sich gegen die Konkurrenten aus Maranello und Stuttgart durch und gewinnen sowohl 1975 als auch '77 die Marken-WM-Titel. Der Zwölfzylinder-Boxer des 33 ermöglicht Alfa Romeo den erneuten Schritt in die Formel 1. Gemeinsam mit Bernie Ecclestones Brabham-Team versucht Alfa Romeo an Fangios Erfolgen anzuknüpfen. Niki Lauda soll es 1978 gelingen.

Auch im Alfasud schlägt ein sportliches Herz: So dient der kompakte Fronttriebler als Sportgerät für den Alfasud-Pokal. Die ausschließlich mit dem Sud und später mit dem Alfasud Sprint ausgetragene Rennserie steht am Beginn der heute populären Markenpokale. Der Alfasud-Pokal erweist sich als Talentschmiede: Gerhard Berger verdient sich hier auf dem Weg in die Formel 1 die ersten Sporen.

Designstudien, Prototypen:

Ital Design stellt 1976 im New Yorker Museum of Modern Art eine Taxi-Studie vor. Technisch basiert die Großraumlimousine auf dem Alfa Romeo-Kleinbus F2. Wegweisend ist jedoch das – heute von vielen Herstellern angebotene – Raumkonzept. Obgleich der Prototyp bis ins letzte Detail durchdacht ist, kommt eine Serienfertigung nicht zu Stande.


1980 – 90

Serienfahrzeuge:

Im Alfa 6 feiert der V6 seine Premiere. Der repräsentative Oberklasse-Wagen basiert technisch auf der Transaxle-Limousine Alfetta. Großen Erfolg feiert der agile Motor indes unter der Haube des immer noch attraktiven Alfetta-Coupés, das fortan auf die Bezeichnung GTV 6 hört.

Anlässlich des 75-Jährigen Firmenjubiläums hört die neue Mittelklasse-Limousine auf den Namen Alfa 75. Der dynamische Keil ist der letzte Alfa, der unter staatlicher Führung entsteht. Er ist zugleich – abgesehen von den von Zagato eingekleideten und auf 75-Technik basierenden Sportwagen SZ und RZ – der letzte Hecktriebler von Alfa Romeo.

Mit dem Alfa 164 setzt Alfa Romeo in der Oberklasse Maßstäbe. Die dynamische Limousine wird gemeinsam mit Fiat entwickelt. Dennoch gelingt es den Alfa-Ingenieuren dem von Pininfarina eingekleideten Viertürer den typischen Alfa-Charakter einzuhauchen. So entwickelt sich die schmucke Limousine zum großen Erfolg für die Marke.

Der Alfa 33 tritt in die Fußstapfen des Alfasud. Auch er entwickelt sich zu einem großen Erfolg. Von dem Boxer werden in Deutschland zwischen '83 – '95 insgesamt über 46.000 Stück zugelassen. Damit ist der Sud-Nachfolger der zweit erfolgreichste Alfa Romeo auf dem deutschem Markt. Die seit 1984 angebotene Kombiversion ist Vorreiter für das heutige Marktsegment kompakter Edelkombis.

Während die Gattung offener Autos beinahe als ausgestorben gilt, hält Alfa Romeo über die Jahrzehnte weiter an der Produktion des Spider fest. Tatsächlich soll sich der sportliche Zweisitzer Jahre später als Urgestein einer neuen Cabriolet- und Roadsterwelle erweisen.

Rennwagen:

Europaweit feiern Tourenwagen-Rennen ihre Renaissance. In Frankreich und Deutschland entstehen populäre Serien und Alfa Romeo feiert mit der Rennversion des GTV 6 zahlreiche Siege. In der neu ausgeschriebenen Tourenwagen-EM gewinnen die schnellen Coupés zwischen 1982 und '85 viermal in Folge das Championat.

Designstudien, Prototypen:

Mit verschiedenen Studien auf Basis des Alfasud demonstriert Alfa Romeo 1982 deutliche Fortschritte in Sachen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Zwei Jahre später sorgt indes eine Studie auf Basis des Sud-Nachfolgers 33 für Aufsehen: Mit dem von Zagato vorgestellten 33 Z Tempo Libero erscheint erstmals ein auf einem Kompaktfahrzeug basierender Großraumwagen. Sein hohes Dach, die neuartige Innenraumaufteilung und die beiden für je drei Insassen geeigneten Sitzbänke sind Details, die erst über zehn Jahre später in die Serie einfließen. Für Alfa Romeo kommt eine Serienfertigung nicht in Betracht. Schließlich bereitet der Staat die Übergabe des namhaften Automobilproduzenten in Privathand vor. 1987 ist es dann so weit: Seitdem ist Alfa Romeo Teil des in zahlreichen Wirtschaftssparten engagierten Fiat-Konzerns.


1990 – 2000

Serienfahrzeuge:

Mit Erscheinen des keilförmigen Spider setzt Alfa Romeo mit eigenständigem Design einmal mehr Maßstäbe im Roadster-Segment. Parallel zum Spider erscheint der formal ähnliche GTV . Obgleich die beiden Sportler ihre Plattform mit einer Vielzahl weiterer Modelle gemein haben, werden sie mit einer aufwendigen Hinterachskonstruktion ausgerüstet, die ihnen zu sportwagentypischen Fahreigenschaften verhilft.

Mit der dynamischen Mittelklasse-Limousine Alfa 156 knüpft Alfa Romeo an die Tradition der Giulia an. Der attraktive Alfa sammelt von Beginn an Auszeichnungen und verhilft der Marke zu neuer Popularität. Der 156 entwickelt sich in kürzester Zeit zum Bestseller. Im Frühjahr 2000 wird der Berlina mit dem Sportwagon eine attraktive Kombiversion zur Seite gestellt.

Rennwagen:

Der Alfa 155 entwickelt sich zwischen 1992 und '97 zum erfolgreichsten Renntourenwagen der Neuzeit. Den ersten Lorbeer verdient sich der technisch am erfolgreichen Rallye-Boliden Lancia Delta Integrale angelehnte Allrad-155 GTA '92 in der italienischen Tourenwagen-Szene. Nannini und Larini gewinnen das Championat auf Anhieb. Im folgenden Jahr macht der turbogeladene Vierzylinder dem traditionellen Alfa-V6 Platz. Damit gewinnt Alfa Romeo die legendäre DTM. Bis zum Ende der populären und heiß umkämpften Rennserie sammeln die Klasse 1-High-Tech-Boliden in der DTM/ITC zahlreiche Siege. Aber auch in den zahlreichen europäischen Superturismo-Championaten erweist sich der nach Klasse 2-Reglement aufgebaute 155 als Siegertyp.

Designstudien, Prototypen:

Der Protéo nimmt die Keilform von Spider und Gtv vorweg. Technischer Leckerbissen ist der Allradantrieb, der den DTM-Boliden zu Siegen und den Modellen 155 und 164 zu Vortrieb verhilft. Die Aluminium-Space-Frame-Bauweise des Nuvola zeigt Möglichkeiten auf, wie zukünftig attraktive Modelle auch trotz kleiner Stückzahlen nach kurzer Entwicklungszeit wirtschaftlich produziert werden können.